Projektionen für das Theaterprojekt Mania

Für mich war die Frage, wie ich Worte "lebendig", "bewegt" gestalten kann.
Hierbei bedeutete "bewegt" für mich sowohl psychisch als auch physisch.
Aus den rezitierten Gedichten Hölderlins nahm ich die mir wichtigen Worte oder
Phrasen heraus und verband sie mit Aktionen. Dabei war für mich wichtig, den
teilweise widersprüchlichen  Wortgebrauch von Hölderlin hervorzuheben - 
was vielleicht auch seiner Intension entsprach.

Die Gedichte zu den Videos Hölderlins

Diotima! edles Leben!
Schwester, heilig mir verwandt!
Eh ich dir die Hand gegeben,
Hab ich fern ferne dich gekannt.
Damals schon, da i
ch in Träumen,
Mir entlockt vom heitern Tag,
Unter
meines Gartens Bäumen,
Ein zufriedner Knabe, lag,
Da in leiser Lust und Schöne
Meiner Seele Mai begann,
Säuselte,
wie Zephirstöne,
Göttliche! dein Geist mich an.

(aus: Diotima (2. Strophe): jüngere Fassung)


Elegie
Ach! wo bist du, Liebende, nun? Sie haben mein Auge
  Mir genommen, mein
Herz hab' ich verloren mit ihr.
Darum irr' ich umher, und wohl, wie die Schatten, so muß ich
  Leben und sinnlos dünkt lange das Übrige mir.
Danken möcht' ich, aber wofür? verzehret das Letzte
  Selbst die Erinnerung nicht? nimmt von der Lippe denn nicht
Bessere Rede mir der Schmerz, und lähmet ein Fluch nicht
  Mir die Sehnen und wirft, wo ich beginne, mich weg?
Daß ich fühllos sitze den Tag und stumm, wie die Kinder,
  Nur vom Auge mir kalt öfters die Tropfe noch schleicht,
Und in schaudernder Brust die allerwärmende Sonne
  Kühl und fruchtlos mir dämmert, wie Strahlen der Nacht,
Sonst mir anders bekannt!
(51ff)

Aber weh! es wandelt in Nacht, es wohnt, wie im Orkus,
Ohne Göttliches unser Geschlecht